Das “Mia Seeger Stipendium” hat schon vielen jungen, engagierten DesignerInnen ermöglicht, eigene Projekte zu verfolgen und sich dadurch weiter zu qualifizieren. Bewerben können sich Studienabgänger, die an einer baden-württembergischen Hochschule studiert haben und nicht älter als 35 Jahre sind.
Maike Tiedemann
Ihr Projekt:
“Lernspiel Ich bin aber anderer Meinung!”
Beschreibung des Spiels: Die Spieler trainieren in dem Brettspiel ihre Konfliktfähigkeit. Die Kinder lernen spielerisch, was nötig ist, um Auseinandersetzungen führen und Konflikte bewältigen zu können: z.B. die eigenen Bedürfnisse und Wünsche ernst zu nehmen, für eigene Interessen einzustehen, aktiv zuzuhören, die Standpunkte der anderen zu akzeptieren und im Idealfall zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen.
In geschützter Spielatmosphäre können die Spieler verschiedene Rollen und Verhaltensweisen erproben, ohne vor Fehlern Angst haben zu müssen. Das Spiel unterstützt die Spieler dabei, Schritt für Schritt spielerisch in Konfliktsituationen hinein zu wachsen, sich auszuprobieren und von anderen zu lernen. Wie man mit Auseinandersetzungen umgehen kann, welche Eigenschaften zur Konfliktbewältigung notwendig sein können, was Auseinandersetzungen bewirken und welche Rolle die Gefühle und das persönliche Engagement spielen, dafür möchte das Spiel sensibilisieren – ohne zu belehren.
Die Spieler ziehen mit ihrem Spielstein auf den Feldern des kreisrunden Spielbretts. Sobald sie ein rotes „Aktionsfeld” erreichen, gehen sie sozusagen einen Konflikt mit dem Spieler ein, der dieses Feld – diesen Standpunkt – bereits belegt hat. Auf Situationskarten, die gezogen werden, werden die Konfliktsituationen beschrieben, in denen sich die beiden Parteien nun befinden. Mittels Eigenschaftskarten wird ausgespielt, wer den „Standpunkt” aufgrund seiner überragenden Eigenschaft erhält und einen „Standmann” auf dieses Feld stellen darf. Da jeder eingegangene Konflikt auch eine Kompetenzerweiterung bedeutet, werden Kompetenzringe an jede Konfliktpartei vergeben. Je mehr Konflikte eingegangen werden, desto mehr Kompetenzen sammelt jeder Spieler – die Kompetenzringe visualisieren das persönliche Wachstum.
In der Mitte “wächst” im Laufe des Spiels die Gemeinschaft der unterschiedlichen „Standmänner” sichtbar als Turm in die Höhe. Dieser Turm visualisiert das Wachstum, das durch eine fruchtbare Kultur der Auseinandersetzung entsteht.
Das Spiel wurde mit dem Deutschen Lernspielpreis 2006 in der Kategorie „unveröffentlichte Spiele” ausgezeichnet.



