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  • Mia Seeger Stiftung
  • Mia Seeger Preis 2004

    Insgesamt lobte die Stiftung für junge Designerinnen und Designer im Jahr 2004 die Rekordsumme von 20.000 Euro aus. Gesucht waren Entwürfe von Produkten, die sich mit wichtigen Aspekten unseres Lebens und Zusammenlebens befassen und hierfür neuartige, sinnvolle Lösungen vorschlugen. Dabei sollte der Art, wie Menschen – beruflich oder privat, alt oder jung, gesund oder krank – untereinander kommunizieren und miteinander umgehen, besonderes Augenmerk gelten.
    Die Ausschreibung richtete sich an Absolventen der Designausbildung an deutschen Hochschulen. Sie haben Industriedesign/Produktgestaltung, Innenarchitektur/Möbeldesign, Investitionsgüter- oder Transportation Design studiert und ihr Diplom zwischen 2002 und 2004 abgelegt.
    Wie die Jury entschieden hat erfahren Sie am 12. Oktober 2004 um 19 Uhr anlässlich der Preisverleihung im Design Center Stuttgart. Die Ergebnisse des Mia Seeger Preis werden anschließend bis 12. Dezember im Haus der Wirtschaft in einer Ausstellung präsentiert.
    Auch im Jahr 2005 wird die Stiftung erneut den Mia Seeger Preis für Nachwuchsdesigner in Verbindung mit einem attraktiven Preisgeld ausschreiben.

    … das war die Ausschreibung 2004 (pdf)

    3. Preis

    Dritter Preis – Einhändig zurechtkommen

    Halbseitig Gelähmte sollen sich selbständig waschen, abtrocknen und die Zähne putzen können. Darauf zielen die Entwürfe rund ums Waschbecken: eine Armaturensäule mit schwenkbaren Halterungen für Seifenspender und Handbürste; ein Handtuchhalter am Rückhaltegurt (wie im Auto) und ein Zottenhandtuch, so dass man sich den Rücken bzw. eine einzelne Hand auch zwischen den Fingern trocknen kann; und schließlich eine Zahnbürste mit eingebautem Reservoir für die Zahncreme (Nachfüllpack).

    Jury:
    In wohltuender Beschränkung auf wesentliche Funktionen im Bereich persönlicher Hygiene haben die Gestalterinnen einhändig bedienbare Hilfen entwickelt. Sie können den Betroffenen bei der täglichen Körperpflege selbständig machen und damit sein Selbstwertgefühl stärken. Obwohl ein Ensemble in durchgängiger, angenehmer und zurückhaltender Formensprache entstanden ist, könnte jede einzelne Komponente für sich realisiert werden und so schon ein hilfreiches Utensil sein. Viele praktische Details sind bedacht und mit dem einseitig gelähmten Protagonisten des Studienprojekts überprüft und erprobt worden.

    Design / Designer

    Uta Gredner
    Georg-Wolters-Straße 13
    38102 Braunschweig
    Telefon 0531 / 7997077
    e-mail utagredner@yahoo.de
    Jessica Nebel
    Hagenring 3
    38106 Braunschweig
    Mobiltelefon 0178 / 44 87 196
    e-mail jessicamailing@compuserve.de
    Anke Salomon
    Degnerstraße 37 b
    13053 Berlin
    Mobiltelefon 0160 / 24 11 168
    e-mail Anke_Salomon@gmx.de

    Hochschule
    Hochschule für Bildende Künste
    Braunschweig
    Prof. Erich Kruse
    Prof. Volker Weinert

    Dritter Preis – ImPuls zum Sparen

    Was der Stromzähler im Keller unbemerkt vor sich hinsummt, das lässt der Energieverbrauchsanzeiger ‚Amun’ in der Wohnung an der Wand pulsierend aufleuchten. Von jenem mit Funksignalen versorgt, kann dieser bei Berührung der sensitiven Fläche den Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch auch numerisch oder per Diagramm anzeigen und Einsparungen gegenüber Vergleichszeiträumen in Euro und Cent umrechnen. Mit einem zusätzlichen Steckdosengerät lassen sich einzelne Stromfresser ausfindig machen.

    Jury:

    Wo Argumente und Zahlen, von den Energieversorgern gern abstrakt gehalten, in starke Bilder umgesetzt werden, schlagen sie eher aufs Verhalten des Stromverbrauchers durch. Dessen Gewissen und also dessen Sparwillen reizt ‚Amun’ mit der Metapher eines leuchtenden, unter Belastung heftiger werdenden Herzpochens. Die Visualisierung ist nicht nur poetisch, sie ist auch in Form, Farbe und Material adäquat umgesetzt, und sie erscheint technisch mit verfügbaren Mitteln ohne weiteres realisierbar.

    Design / Designer

    Peter Riering-Czekalla
    Gerhardtstraße 40
    24105 Kiel
    Mobiltelefon 0172 / 2873335
    e-mail peter@opendiary.de
    Sebastian Ritzler
    Papenkamp 31
    24114 Kiel
    Mobiltelefon 0173 / 7490583
    s.ritzler@web.de
    Vincent Holger Weckert
    Sophienblatt 48a
    24114 Kiel
    Mobiltelefon 0179 / 7914450
    vincent_weckert@yahoo.com

    Hochschule
    Muthesius-Hochschule
    Kiel
    Prof. Ulrich Hirsch

    Dritter Preis – Erleichtertes Operieren

    Neurochirurgische Eingriffe verlangen vom Operateur Präzision, Feinfühligkeit und Konzentration, in höchstem Grad und über Stunden hinweg. Das entworfene LAXAR OP-System entlastet ihn psychisch wie physisch. Der Retraktorring dient der Handauflage, aber auch der Aufnahme von Hauthäkchen und Hirnspatel; auf den Instrumentenablagen rechts oder links davon finden zwei neu entwickelte Kombinationsinstrumente, Spülsauger und Laserskalpell, Platz, deren Funktionen mit dem Fuß zu steuern sind.

    Jury:
    Entwurf und Beschreibung machen einsichtig, dass die neuen Instrumente mit ihrer Mehrfunktionalität und Fußsteuerung den Instrumentenwechsel deutlich reduzieren. Hiervon und von einem durch Ring und Ablagen prägnant und übersichtlich strukturierten Arbeitsfeld stehen zu erwarten, dass der Arbeitsablauf flüssiger, folglich die Operationsdauer kürzer, demnach die Belastung für den Patienten geringer und schließlich auch Kosten gesenkt werden. Allseits also Erleichterung. Offenkundig muss die Anwendung, insbesondere von Ring und Ablagen, nicht auf die Neurochirurgie beschränkt bleiben.

    Design / Designer

    Andrea Feuerabend
    Uferstraße 68
    73525 Schwäbisch Gmünd
    Mobiltelefon 0176 / 22302151
    e-mail andrea_feuerabend@hotmail.com
    Friedemann Schreiber
    Kaiserstrasse 11
    77963 Schwanau
    Mobiltelefon 0171- 2729795
    e-mail schreiber-f@gmx.de

    Hochschule
    Hochschule für Gestaltung FH
    Schwäbisch Gmünd
    Prof. Frank Hess
    Prof. Sigmar Willnauer

    Vierter Preis – Mein erster SchulTAK

    Wenn schon Computer im Unterricht, dann eine Art “Lernkonsole”, die in diesem Fall auf das Grundschulkind zugeschnitten ist. Die digitale Schulmappe ‚TAKlearnstation’ enthält auf der einen Seite eine wie Papier beschreibbare Anzeigefläche und auf der anderen die im flachen Kissen verpackten Rechnerkomponenten, darin eingebettet die herausnehmbare runde Toolbox mit eigenem Display und Steuerkreuz für die Navigation in allen Programmen. Die medialen Unterrichtsinhalte sind in Stiks abgespeichert. Zur Ausrüstung gehört zwingend ein elektronischer Stift und wahlweise ein Gerät für Bild-, Ton- oder Video-Aufnahmen.

    Jury:

    Endlich ist zur aktuellen medienpädagogischen Diskussion über die Zukunft der Schule ein konkreter Vorschlag gemacht, wie ein kindgerechter Lerncomputer aussehen könnte. In Broschüre, CD-ROM und Internet (www.taklearnstation.com) wird gut nachvollziehbar erklärt, wie er im Schulalltag bei Hausaufgaben, im Einzel-, Gruppen- und Tafelunterricht, also auch vernetzt, zu gebrauchen wäre. Darüber hinaus sind der Vertrieb und die Rolle der Schulbuchverlage bedacht. Technologisch aktuell ist die Studie, indem sie E-Papier, elektrisch leitfähigen Stoff, Handschriftenerkennung und Brennstoffzellen als verfügbar annimmt.

    Design / Designer

    Kaja Bartel
    e-mail TAK@taklearnstation.com
    Alexandra Lubk
    Hagenring 24
    38106 Braunschweig
    Mobiltelefon 0179 / 4972192
    e-mail TAK@taklearnstation.com
    Christine Pleines
    Thadenstraße 52
    22767 Hamburg
    Mobiltelefon 0179 / 5306747
    e-mail TAK@taklearnstation.com

    Hochschule
    Hochschule für Bildende Künste
    Braunschweig
    Prof. Erich Kruse
    Prof. Volker Weinert

    Fünfter Preis – Fernverbindung zum Arzt

    Sinn telemedizinischer Überwachung ist, dass der Arzt beim räumlich entfernten Patienten regelmäßig Risikoparameter überwachen kann, ohne dass der eine zum anderen kommen muss. Das bezweckt vorliegendes Gerätesystem. Es besteht aus einem Adapter mit aufklappbarem Display und den Diagnostikmodulen zum Messen von Blutdruck, Blutzucker und Körpertemperatur. Durch Aufstecken werden die Messdaten vom einzelnen Modul an den Adapter übermittelt, der die Daten weiter verwaltet und an die medizinische Betreuungsstation überträgt – und nebenbei als Ladegerät dient.

    Jury:
    Die Familienähnlichkeit der Systemkomponenten ist nicht nur formal und mit hoher Wertanmutung gelöst, sondern drückt sich auch in der Handhabung aus. Immer wenn der Patient den Adapter aufsteckt, bewirkt er damit symbolträchtig den eigentlichen telemedizinischen Zweck: die Fernverbindung zum Arzt. Die offene Konzeption des Systems erlaubt, dass die Komponenten patientenspezifisch zusammengestellt, aber auch je nach Entwicklungsstand der Messtechnik ausgetauscht oder ergänzt werden.

    Design / Designer

    Markus Schäling
    Pistoriusplatz 18
    10086 Berlin
    Telefon 030 / 9261343
    e-mail markus_schaeling@web.de

    Hochschule
    Kunsthochschule Berlin-Weßensee
    Hochschule für Gestaltung
    Prof. Helmut Staubach

    Anerkennungen

    Altershalber spielen

    Nur spielend sei der Mensch ganz Mensch. Im Geiste Schillers sind vier Spiele – Greifling, Memory, Mobile und Treppenspiel – gestaltet, die den betagten Teilnehmer in seiner Geschicklichkeit, Geistesgegenwart und Kontaktfreude unterschiedlich üben. Wegen seiner haptischen und mechanischen Eigenschaften wurde Holz als dominierendes Material gewählt. In Rücksicht auf altersbedingt eingeschränkte Sehfähigkeiten meidet das Farbkonzept grelle und blauviolette Töne.

    Jury:
    Eine anfangs zweigleisige theoretische Untersuchung über Alter und Spielen mündet in die Entwicklung von Spielideen, die absichtlich an bekannten Konzepten ansetzen, aber zu eigenständigen Ergebnissen gelangen. Mit vertrauten Elementen und “altersgemäßen” Inhalten regen sie einfach die Spielfreude an, ohne direkt therapeutisch zu erscheinen – was sie nebenbei trotzdem sind. So spielen auch die Jungen gerne mit.

    Design / Designer

    Sebastian Schröder
    Steinstraße 64
    04275 Leipzig
    Telefon 0341 / 3061496
    e-mail schroeder76@gmx.de

    Hochschule
    Burg Giebichenstein
    Hochschule für Kunst und Design
    Halle
    Prof. Willmut Kumpfe
    Prof. Rainer Schönhammer

    Industriebranche wieder belebt

    Ein citynahes Industriegebäude wird nach dem Reihenhausprinzip in senkrechte Scheiben zerteilt und darin eine Wohnung für junge Familien konzipiert. Wie bei einem geologischen Schnitt durch die belebte Erdkruste sind vom Dachgarten bis hinunter zur Garage die Wohnräume in ineinander übergehenden Schichten mit Verwerfungen, Durchbrüchen, Höhlen und Schächten angelegt.

    Jury:

    Einstmals von der Industrie vertrieben, kehrt Natur wieder in deren Hinterlassenschaften ein. Die gewählte Analogie vertieft wortwörtlich das, was mit den Vorstellungen von Wohnlandschaft erst halb gewonnen war. Natürlich geht das Konzept in seinen stadtsozio- und -ökologischen Weiterungen weit über die Innenarchitektur hinaus.

    Design / Designer

    Tian Tian
    Rippoldsauer Straße 18/Zi 005
    70372 Stuttgart
    Mobiltelefon 0179 / 4804221
    e-mail tiantian@gmx.de

    Hochschule
    Fachhochschule Mainz
    Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Kalhoefer
    Prof. Dipl.-Ing. Manfred Tumfart

    Milch spenden

    Gängige Brustpumpen saugen nur per Vakuum. Manuelle Techniken “melken” nur. In diesem Entwurf ist beides vereint. Entscheidender Punkt war herauszufinden, wie sich beim normalen Stillen der Drüsenausgang im Mund des Säuglings verformt. Das simuliert nun die aus Membran, Daumenschale und Fingerschale mit Ventil bestehende Konfiguration beim rhythmischen Zusammendrücken.

    Jury:
    Bei aller Hochachtung vor der sorgfältigen, auch aus eigenen Erfahrungen gespeisten Untersuchung, vor dem Lösungsansatz und seiner sensiblen, funktionalen Umsetzung – der gestalterische Spielraum bleibt doch sehr klein. Und, wie die Entwerferin zugibt, ihre Funktion muss die Pumpe noch erweisen.

    Design / Designer

    Stephanie Dietmann
    Friedrichstraße 3
    63065 Offenbach
    Telefon 069 / 85703618
    e-mail stephaniedietmann@freenet.de

    Hochschule
    Hochschule für Gestaltung
    Offenbach
    Prof. Petra Keller
    Prof. Dieter Mankau

    Kreuzfahrten überm Ruhrgebiet

    Industriekultur, städtische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebiets erlebbar machen will ein sog. ‚Ruhrtrabant’, der sich der Technik und des Streckensystems des Transrapid bedient. Mit durchgehenden Panoramafenstern, Lounge, Bar, Bühne (für Musiker), Aussichtsplattform und Sonnendeck ist er vielmehr dahingleitende Architektur als schnelle Bahn.

    Jury:
    Wenn es überhaupt eine Nahverkehrsstudie ist, dann eher für den Wochenend- und Ausflugsverkehr. Insofern enthält sie einen interessanten Ansatz zur Ausstattung eines neuen Typs von Schienenfahrzeug mit einem Ambiente, in dem sich das Flair der Businessclass mit dem von Fahrgastschiffen kreuzt.

    Design / Designer

    Frank Ebisch
    Juliusstraße 15
    45128 Essen
    Mobiltelefon 0162 / 9151808
    e-mail f.ebisch@tiscali.de
    Holm Gießler
    Juliusstraße 15
    45128 Essen
    Mobiltelefon 0175 / 6850164
    e-mail holmg@web.de
    Mathias Hahn
    Droysenstraße 4
    45144 Essen
    Mobiltelefon 0170 / 8345999
    e-mail hahnmathias@hotmail.com
    Tilo Wüsthoff
    Juliusstraße 15
    45128 Essen
    Mobiltelefon 0174 / 4594477
    e-mail dr_tilo@hotmail.com

    Hochschule
    Universität Gesamthochschule
    Essen
    Prof. Kurt Mehnert
    Prof. Torsten Gratzki

    Hilft hören

    Ein Schwerhöriger hat’s weniger schwer, wenn ihm drei vernetzbare Geräte zur Verfügung stehen, die er einzeln oder kombiniert je nach Gesprächssituation einsetzen kann: ein größeres und ein kleineres Mikrofon, die ihre Signale ans Hörgerät senden, und ein Handheld-Computer, der Sprache in Text umwandeln kann.

    Jury:
    Eine deutliche Verbesserung scheint möglich, vor allem weil die Studie glaubhaft macht, dass die beiden Mikrophone, die technisch und gestalterisch auf insgesamt vier verschiedene Grundsituationen zugeschnitten sind, den durchschnittlichen Hör-Bedarf im Alltag abdecken können.

    Design / Designer

    Suzan Dilek Cigirac
    Stegstraße 53
    60549 Frankfurt am Main
    Mobiltelefon 0172 / 6966776
    e-mail suzan.cigirac@gmx.de

    Hochschule
    Hochschule für Gestaltung
    Offenbach am Main
    Prof. Peter Eckart
    Prof. Dr. Birgit Richard

    Güterverkehr zu nachtschlafender Zeit

    Wenn die Straßenbahn ruht, fährt auf ihren Gleisen der Stadtfrachter. Er besteht aus Pritschen-Elementen, das vorderste mit Fahrerkabine und Antrieb; die übrige Ladefläche ist Containern vorbehalten, die per Seilzug im Einmannbetrieb ge- und entladen werden. So kann die Gütertram Betriebe, Lager oder Warenhäuser im Stadtgebiet wechselseitig oder reihum beliefern.

    Jury:
    Angeregt durch das Dresdner Vorbild, wird ein Transportsystem entwickelt, das im Prinzip auf jedem vorhandenen Stadtschienennetz betrieben werden kann. Der Grundgedanke wird funktional, unter Nutzung gängiger Techniken, und gestalterisch ausgebaut.

    Design / Designer

    Dimitri Gorbatschov
    Linienstraße 46
    10119 Berlin
    Mobiltelefon 0179 / 6721725
    e-mail dimitri_gorbatschov@yahoo.de

    Hochschule
    Kunsthochschule Berlin-Weißensee
    Hochschule für Gestaltung
    Prof. Helmut Staubach