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  • Mia Seeger Preis 2009

    Ergebnisse Mia Seeger Preis 2009
    Im Rahmen von Focus Open

    Für den diesjährigen Mia Seeger Preis reichten junge Designerinnnen und Designer insgesamt 64 Produktentwürfe von 27 deutschen Hochschulen ein, die als 3D-Modell oder visuelle Konzeption am Wettbewerb teilnahmen. Der Wettbewerb war mit 10.000 € dotiert, die für drei Preise ausgelobt wurden. Zusätzlich vergab die Jury Anerkennungen.

    Zur Teilnahme eingeladen waren Designerinnen und Designer von deutschen Hochschulen, die ihren Abschluss 2007 oder später absolviert haben. Vertreten waren die Studiengänge Industriedesign / Produktgestaltung, Innenarchitektur / Möbeldesign, Architektur, Investitionsgüter- und Transportation Design. Neben den üblichen Designkriterien spielte bei der Bewertung der eingereichten Arbeiten der soziale Nutzen und die Nachhaltigkeit der Produkte eine entscheidende Rolle.

    An der Jury wirkten in diesem Jahr mit:
    • Prof. Karin Kirsch, Stuttgart
    • Juliane Grützner, Redaktion design report, Leinfelden-Echterdingen
    • Peter Keilbach, Mia Seeger Preis und Stipendium 1991, keilbach design and products, Dörzbach
    • Nils Holger Moormann, Nils Holger Moormann GmbH, Aschau im Chiemgau
    • Tom Schönherr, Phoenix Design, Stuttgart

    Mia Seeger als „Grande Dame“ des Designs rief bereits 1986 die nach ihr benannte Stiftung ins Leben, deren Zweck die Förderung der Bildung im Design ist. Mit der Absicht, insbesondere den Nachwuchs zu fördern, wird der Mia Seeger Preis jährlich bundesweit ausgeschrieben. Preise und Anerkennungen beim Mia Seeger Preis sind hervorragende Referenzen für junge Designer, die unter anderem den Weg in den Berufseinstieg ebenen können. Die Publikation im weltweit vertriebenen Jahrbuch sowie die Präsentation der ausgewählten Exponate bieten neben der finanziellen Förderung ein zusätzliches Plus für die ausgezeichneten Juniordesigner.

    Alle Preisträger und ausgezeichneten Produkte werden parallel zu Focus Open – Internationaler Designpreis Baden-Württemberg 2009 in Jahrbuch, Internet und Ausstellung präsentiert.

    Ausstellungslaufzeit:
    17. Oktober bis 29. November 2009

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    Erster Preis - 5.000 €
    „Hybride Systeme – Interimsprothese“
    Entwerfer : Tillmann Beuscher
    Hochschule: Hochschule Darmstadt
    Betreuung: Prof. Tino Melzer

    Tillmann Beuscher
    Am Weizenfeld 16
    D-36396 Marborn
    M 0178 8447953
    mail@tillmannbeuscher.com

    Wen in verminten Landstrichen das Unglück trifft – weltweit ca. 20.000 Menschen –, der fällt in Armut und soziales Elend. Die gängige Versorgung ist völlig unzureichend und könnte doch so aussehen: Vorgefertigte Prothesenschäfte aus thermisch verformbarem Schaum und geeignet ausgestanzte Formen aus speziellem PP-Plattenmaterial werden vor Ort gebracht, dort zusammengebaut und den Betroffenen angepasst. Dazu braucht es kaum Fachpersonal, und da alle Verbindungen – per Niet, Schnalle, Gurt, Schraube – lösbar sind, kann der Träger die Prothese selbst nach Bedarf und Situation verändern.

    Jury: Ganz sachlich, ohne jede überlegen sich dünkende Wohltätigkeit wendet sich der Entwurf der Aufgabe zu, möglichst viele versehrte Menschen in armen Ländern mit einem unkomplizierten, kostengünstigen Hilfsmittel zu versorgen, das sie in den Stand versetzt, ihr Unglück zu bewältigen und sich, so gut es geht, selber zu helfen. Die pragmatische, vorläufige Lösung hat Vorrang vor einer prinzipiellen, dauerhaften. Diese Haltung drückt sich in der ganzen Produktsprache des Entwurfs aus.

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    Zweiter Preis – 3.000 €
    „SilVaDere – Holzerntemaschine“
    Entwerfer : Christian Knobloch
    Hochschule: Technische Universität Dresden
    Betreuung: Prof. Dr.-Ing. Ralph Stelzer, Prof. Dr. forest. Jörn Erler, Dr.-Ing. Dipl.-Formgestalter Günter Kranke

    Christian Knobloch
    Engelsgrube 30
    D-23552 Lübeck
    M 0160 99612936
    christian_knobloch@gmx.net

    Ein Harvester kann mit seinem Greifaggregat Bäume fällen, entasten, vermessen, einschneiden und entzopfen (Krone entfernen). Aber tiefe Fahrrinnen und hohe Bodenverdichtung zeichnen seinen Weg. Abhilfe schafft eine Schreitmechanik, bei der sich die Nutzmasse – Kabine, Antriebstechnik und Forstkran – auf einer klappbaren Faltschiene fortbewegt, die stets nach vorn ausgefahren und hinter der Maschine eingezogen wird. Konzipiert sind Schrittweiten bis 8 m und eine Kranreichweite bis 10 m bei einem – verglichen mit marktgängigen Maschinen – Leichtgewicht von 7,5 to. In der Kabine sind Arbeitsplatz, Steuer- und Technikkomponenten komprimiert vereint.

    Jury: Eine vielgelobte, beeindruckende Ingenieurarbeit, die alle Register der Konstruktionskunst zieht, um ohne irreparable Bodenverdichtung die Holzernte einzufahren. Gleichwohl legt die Gestaltung großen Wert auf Ergonomie und „forstmeisterliche“ Anmutung. Viel besser als ein statisches Modell zeigt eine Animation des CAD-Modells, wie faszinierend SilVaDere einherschreitet. Bescheiden weist der Autor am Schluss seiner Arbeit darauf hin, wie viel noch bis zur Serienreife zu tun bleibt.

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    Dritter Preis – 2.000 €
    „Segesta – Seilroboter“
    Entwerfer: Martin Langhammer
    Hochschule: Universität Duisburg-Essen
    Betreuung: Prof. Anke Bernotat, Dr.-Ing. Thorsten Brandt

    Martin Langhammer
    Niederstraße 15
    D-45141 Essen
    M 0179 4391328
    martinlanghammer@gmail.com

    Schnell und sparsam sind Seilroboter, weil sie, aus mehreren computergesteuerten und -koordinierten Seilwinden bestehend, außer den Seilen nur die Nutzlast bewegen müssen. Dieser Vorteil wird hier für das Bewegungstraining in der Physiotherapie genutzt. Der Patient wird, von Gurten gehalten, am Basisring über dem Kopf eingehängt, und kann die verschiedensten Geh-Übungen absolvieren. Das System entlastet ihn, registriert seine Fortschritte, erkennt Stürze, fängt auf usw. Dabei hat der Therapeut von allen Seiten her ungehindert Zugang zum Patienten und kann auch schwere Patienten alleine betreuen.

    Jury: Viel Nutzen für alle Beteiligten: für den Patient, weil seine Bewegungstherapie evtl. früher eingesetzt und weiter individualisiert werden kann; für den Therapeut, weil er entlastet wird; für den Klinikträger bzw. Praxisbetreiber, weil verschiedenerlei Hilfsmittel wie Laufkatze oder -band, Gehbarren oder -wagen in einem Gerät vereint sind und das therapeutische Spektrum erweitert ist, die Umrüstung des Geräts und die Vorbereitung des Patienten weniger Zeit braucht und der Seilroboter fast in jedem Raum zu installieren ist. Ohne Schnörkel, seine zentrale Rolle und mechanische Funktion anzeigend, ist der Basisring gestaltet.

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    Anerkennung
    „Cho – Quattrocopter zur Ortung Verschütteter“
    Entwerfer: Johann Henkel Eckernförder Straße 24, 24103 Kiel johannhenkel@gmx.net
    Hochschule: Muthesius Kunsthochschule Kiel
    Betreuung: Prof. Ulrich Hirsch

    Cho (japanisch für Schmetterling) ist ein Fluggerät zur Suche von Verschütteten in unzugänglichen Gebäudetrümmern. Zu seiner Grundausstattung gehören Infrarot-Abstandssensoren, Akku und Kamera, die horizontal ausgerichtet der Navigation, nach unten geschwenkt der Kartierung dient. Ein aufsteckbares Mikrowellen-Radarmodul mit integriertem Sender und Empfänger ortet verschüttete Personen im Trümmerschutt. Indem die Rotoren paarweise gekoppelt werden, lässt sich Cho für Transport und Lagerung kompakt zusammenklappen. Gehäuseschalen, Rotoreinfassungen, -blätter und -verbinder sind aus leichten, aber widerstandsfähigen Kunststoffen.

    Jury: Eine ausführliche Untersuchung von Katastrophen, Katastrophenschutz und verfügbaren Methoden der Ortung kommt zu dem Ergebnis, dass unter der Bedingungen der Zeitknappheit und der Sicherheit für die Einsatzkräfte ein aus der Luft operierendes, unbemanntes Suchsystem die besten Chancen zum Auffinden Verschütteter biete. Entsprechend konsequent ist Cho unter Einsatz neuer Technologien und eingebettet in die Abläufe von Rettungseinsätzen funktional und formal entwickelt.

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    Anerkennung
    „Leitfaden – Nähen leicht gemacht“
    Entwerferinnen: Monika Jakubek, Schumannstr.32, 71540 Murrhardt hallo@monikajakubek.de
    Anna Müller, Jakob-Degenstr.48, 96346 Wallenfels info@annamueller.com
    Hochschule: Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
    Betreuung: Prof. Gerhard Reichert, Prof. Dr. Jürgen Held

    Mit Leitfaden ist ein prozessuales System konzipiert: Übers Onlineportal wählt die Näherin Stoffe aus, passt Schnitte an, stellt die erforderlichen Kurzwaren zusammen und trifft im Stoffgeschäft dann unter Beratung ihre Entscheidung. Der Laser-Plotter dort, zugleich Verkaufstresen, schneidet ihr die Stoffteile zu, hilfreich markiert und an den Kanten versäubert. Zuhause am Nähtisch hat sie eine zierliche Maschine, fast nur runde Plattform und Nähkopf; der filigrane Näharm verdankt sich einem elektromagnetischen Nadelantrieb. Bei abgenommener Deckplatte liegt ein Freiarm frei, daran sich Ärmel und Hosenbeine rundum abnähen lassen.

    Jury: Nähen als Hobby wird in einem durchdachten Zusammenspiel von Internet, fachlichem Service vor Ort und der passenden maschinellen Ausstattung von mühseligen Vorarbeiten entlastet. Sinnreiche Details an der Nähmaschine, wie druckluftbetriebener Einfädler, Garndrucker, hinterleuchtete Einstellringe am Nähkopf oder Projektion des Stichbilds auf den Stoff, schaffen Übersicht und vereinfachen die Bedienung.

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    Anerkennung
    „Pesce Nero – Informationen unter Wasser“
    Entwerfer: Matthias Oesterle Talstraße 21, 72202 Nagold matthias.oesterle@gmx.de
    Hochschule: Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
    Betreuung: Prof. Dr. Jürgen Held, Prof. Peter D. Stebbing

    Ein technischer Taucher taucht allein, bis zu 100 m tief. Jetzt begleitet ihn ein Tauchroboter, elektrisch angetrieben von Turbinen, gesteuert von Kameras bzw. Sensoren. Der Assistent überwacht alle tauchrelevanten Daten, informiert den Taucher über Lichtsignale, gibt ihm Orientierung und warnt ihn auch. Spezielle Daten sind am armgetragenen Anzeigegerät abrufbar, je nach Informationsebene mittels Scrollen an der Lünette. In der Not handelt der Tauchbegleiter autonom, weist dem Taucher per Licht oder Leine den Weg oder verständigt die Tauchbasis an der Wasseroberfläche.

    Jury: Information über den Zustand des Tauchers, seiner Ausrüstung und der nautischen Verhältnisse sowie Kommunikation darüber mit allen Beteiligten unter und über Wasser verbessert die Sicherheit des technischen Tauchers entscheidend. Hat er doch einen intelligenten, unaufdringlichen Helfer, zugleich persönlichen Begleiter dabei, auf den er sich verlassen kann und der ihm auch auf Handzeichen gehorcht. So kann er sich ganz auf seinen Unterwassereinsatz konzentrieren. Das beruhigt. Dem trägt auch die edle Strömungsform der Produktgestalt Rechnung.

    Zum Nachlesen: Das war die Ausschreibung Mia Seeger Preis