Produktentwicklung und Markenkommunikation im internationalen Kontext
Cross Culture Branding – ein Thema, das bereits im Herbst 2009 auf größtes Interesse stieß, setzt das Design Center Stuttgart am 17. Juni 2010 als ganztägige Konferenz fort.
Rückblick auf den Workshop vom 22. Oktober 2009 in Ludwigsburg
Die Vortragsveranstaltung gab im Rahmen der Ausstellung und des Wettbewerbs Focus Open Unternehmen und Kreativen Antworten auf Fragen der internationalen Markenführung, Produktentwicklung und Kommunikation.
Trotz hervorragender Gestaltung sind für Produkte vieler Branchen Modifikationen notwendig – zum Beispiel durch Farb- oder Oberflächenanpassungen, Volumen- und Größenvarianten -, um in ausländischen Märkten die gewünschte Akzeptanz zu erreichen, positive Emotionen zu wecken und hohe Funktionalität zu erreichen.
Der Erfolg im Markt stellt sich aber nur dann ein, wenn als flankierende Maßnahme eine auf kulturelle Gegebenheiten angepasst Kommunikation stattfindet, die dennoch den ursprünglichen Markenkern unangetastet lässt, den Wert erhält. Die passende Vermittlung der Marke in internationalen Märkten ist eine didaktische Herausforderung, der vielfach auf kreative Art und Weise begegnet wird. Bildsprachen und Begrifflichkeiten unterliegen beispielsweise im Ausland gänzlich anderen Kriterien: Potentielle Kunden haben beispielsweise kaum Bezug zum „Bauhaus“ während sie größten Wert auf Testimonials aus der unmittelbaren Nachbarschaft legen und diesen Glauben schenken.
Beispiele aus dem Alltag des interkulturellen Agenturgeschäfts gaben Einblicke in höchst unterschiedlich Anforderungen. Best Practice Beispiele von Firmen zeigten auf, wie sich der Markenerfolg im Ausland trotz kultureller und gesellschaftlicher Differenzen wirkungsvoll umsetzen lässt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine moderierte Diskussion mit den anwesenden Referenten.
Es sprachen unter anderem
Roland de Fries von Kuypers Branding aus New York erörtert an Hand von Beispielen die Produkt- und Markenkommunikation ausländischer, insbesondere deutscher Unternehmen, die sich im amerikanischen Markt positionieren wollen. Verschiedene Praxisbeispiele von unterschiedlichen Branchen illustrieren den notwendigen sensiblen Umgang mit kulturellen Eigenarten, Befindlichkeiten, Akzeptanz und Wahrnehmungen. Roland de Fries, Diplom-Designer aus Stuttgart, hat nach selbstständiger Tätigkeit für namhafte Unternehmen in Deutschland in den 90iger Jahren anschließend den Sprung in die USA gewagt. Dort war er zunächst für Ogilvy tätig, bevor er mit Kuypers Luxury Branding im Jahr 2000 seine eigene Agentur gründete.
Vortragsredner Christoph Daniel Jia von dem Unternehmen Linya International für strategische Frühaufklärung aus Shanghai erörtert an Hand von Fallstudien die Markenkommunikation ausländischer Unternehmen, die sich im chinesischen Markt positionierten oder es noch vor haben. Beispiele für Produkt- und Unternehmenskommunikation, die die Grenzen von Kulturen und die Schwelle in neue Märkte überschreiten werden, illustrieren den Vortrag. Insbesondere werden auch deutsche Unternehmen in China thematisiert, denen eine Einführung in die chinesische Markenwelt und Unternehmenswelten und die Charakteristika chinesischer Konsumenten im Vortrag vorangestellt wird.
Carsten Tessmer, Unternehmenssprecher der Hansgrohe AG und Leiter Corporate Communications, berichtet aus der Praxis eines der weltweit führenden Armaturen- und Brausenhersteller, dessen in Form und Funktion innovative Produkte in mehr als 130 Ländern rund um den Globus mit Erfolg verkauft werden. „Gibt es das globale Bad?“ lautet denn auch eine der grundsätzlichen Fragen, der die Hansgrohe AG selbst regelmäßig in interkulturellen Workshops nachgeht.
Zielgruppe
Geschäftsführer und Entscheidungsträger aus Unternehmen in den Segmenten Marketing, Unternehmenskommunikation, Design, Produktentwicklung; professionelle Gestalter, Vertreter der Kreativwirtschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit.

