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    „O Lord won’t you buy me a Mercedes-Benz…”

    Die Leidenschaft für Mercedes hat in der Familie von Holger Hutzenlaub Tradition. „Schon mein Urgroßvater war bei der Werksfeuerwehr. Mein Großvater war in der Versuch- und Rennwagen-abteilung. Und mein Vater, der auch viele Jahre in der Firma gearbeitet hat, ist noch heute gerührt, wenn er seine Erlebnisse mit meinem Großvater schildert. Zum Beispiel die Fahrt in einem 300 SL Flügeltürer. Damals war er noch ein Bub. Er lag auf der „Hutablage” unter der Heckscheibe und hielt sich an der kleinen Reling für das Gepäck fest.”

    So ist es keine Frage, dass der Automobil-Designer und Ingenieur für Fahrzeugtechnik seine Leidenschaft auch zum Beruf macht und heute im Design Management bei Mercedes-Benz Cars arbeitet. „Ich bin als ‚Hüter der Form’ für den gesamten Designprozess des Fahrzeugs zuständig. Das bedeutet, ein Fahrzeug zu betreuen von der Strategiephase bis zur letzten Überarbeitung am Ende eines life cycles – also bis kurz vor Produktionsende,” schildert er seine Tätigkeit. Die Aufgabe des Designmanagers ist, den Designprozess zu steuern und im Umsetzungsprozess möglichst die vom Vorstand beschlossene Form einzuhalten.

    Der Medieningenieur Andreas Fischer sorgt für den Feinschliff zwischen Design und Technik. Auf eine sechs Meter breite Projektionswand, die so genannte Powerwall, projizieren Hochleistungscomputer die Entwürfe so, dass die Designer sie aus jedem erdenklichen Blickwinkel betrachten und analysieren können. „Wir machen die digitalen Designmodelle in unterschiedlichen Inszenierungen visuell erlebbar, eingebettet in einen emotionalen Kontext – in eine Story,” schildert Andreas Fischer seine Arbeit. „Viele ungewöhnliche Perspektiven geben Aufschluss über gelungene Formübergänge und bis ins Detail gut gemachtes Design. Für die Designer ist das immer ein spannender Moment. Ihre Ideen gewinnen zunehmend an Gestalt und sie können wichtige Designentscheidungen überprüfen.”

    Aber die Entscheidungen werden nicht alleine in der virtuellen Welt getroffen. Heike Fladung steht mit beiden Beinen in der Realität. „Wir erarbeiten nach den Vorgaben der Maßkonzeption und der Skizzenphase gemeinsam mit den Designern die ersten dreidimensionalen Exterieurmodelle im Maßstab 1:4,” erklärt die Modelleurin. „Für mich ist das eine ideale Modellgröße, ich kann das Fahrzeug ganzheitlich bearbeiten. Die Idee nimmt Gestalt an, in der dreidimensionalen Umsetzung werden die Formen harmonischer und lebhafter…viel kommt auch aus dem Bauch heraus.” Modelliert wird mit Plastilin, einem industriell hergestellten Ton. Erhitzt ist er weich und cremig und lässt sich gut auftragen. Kühlt der Ton ab, wird die Oberfläche fest und kann mit unterschiedlichen Werkzeugen bearbeitet und geformt werden.

    Wenn das Tonmodell fertig ist, können Kotflügelrundungen, Scheinwerferübergänge und andere Details überarbeitet werden und ihren letzten Schliff erhalten. Aus diesen Modellen wählen Vorstand und Chef-Designer schließlich die Entwürfe aus, die als Einstiegsmodelle im lebensgroßen Format 1: 1 hergestellt werden. Das beste davon geht in Serie.

    Um das Fahrzeuginnere kümmert sich der Fahrzeuginnenausstatter Claus Seitter. Hier entstehen die ersten Interieurmodelle, so genannte Sitzkisten, in denen man Materialauswahl, Farbgestaltung und Verarbeitung zum ersten Mal im Zusammenspiel sehen und spüren kann.

    Er bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem kreativen Designer auf der einen Seite und der Machbarkeit und den Gesetzmäßigkeiten der Serienproduktion auf der anderen Seite.

    „Die große Herausforderung und der Reiz meiner Arbeit, besteht  für mich darin, diese Gratwanderung auszureizen,” schildert Claus Seitter sein Handwerk. „Kreative Lösungsansätze zu finden und immer wieder neue Wege zu gehen, mit dem Ziel dem Designanspruch gerecht zu werden. Je aussichtsloser die Ausgangslage, desto spannender für mich. Hör ich den Satz ‚das funktioniert ja nie’, dann lauf ich erst warm, dann kann ich meine Fähigkeiten voll entfalten”.

    Mercedes-Benz ist die traditionsreichste Automobilmarke der Welt und schreibt seit über 120 Jahren Design-Geschichte. Keine andere Automarke hat so viele Traumwagen auf die Straße gebracht wie die Marke mit dem Stern. Heike Fladung, Holger Hutzenlaub, Andreas Fischer und Claus Seitter sind vier von circa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 20 Nationen, die solche Traumwagen in Form bringen. Die Designer arbeiten im Team mit ihren Kollegen in den Entwicklungs- und Fertigungs-bereichen, damit neue stilistische Ideen auch technisch realisierbar werden.

    www.daimler.com